Erbliche Veranlagung zu Prostatakrebs
Über die Ursachen des Prostatakarzinoms ist relativ wenig bekannt, aber es gibt deutliche Hinweise dafür, dass erbliche genetische Faktoren das Risiko eines Mannes, an Prostatakrebs zu erkranken, erhöhen können. Studien haben gezeigt, dass das relative Risiko (RR), ein Prostatakarzinom zu entwickeln, ansteigt, je niedriger das Alter des Probanden ist, je höher die Anzahl der Erkrankungsfälle in einer Familiengruppe ist, je niedriger das durchschnittliche Erkrankungsalter in einer Gruppe ist sowie bei einer Kombination dieser Faktoren. Dieser Anstieg ist zu groß, um ausschließlich durch nichtgenetische Faktoren erklärt werden zu können.
Anders als bei anderen häufigen Krebsarten – z. B. Mamma-, Kolon- und Ovarialkarzinom – bei denen einige wenige Hochrisikogene für einen Anteil von Familien mit einer erblichen Veranlagung verantwortlich sind, nimmt man an, dass möglicherweise viele prädisponierende Gene für das Prostatakarzinom existieren könnten, von denen jedes für einen Anteil der Fälle mit familiärem Prostatakrebs verantwortlich ist.
In der wissenschaftlichen Literatur ist bereits über mehrere prädisponierende Gene für das Prostatakarzinom berichtet worden, aber das um jedes Gen vorhandene Beweismaterial ist nicht eindeutig. Allerdings gibt es einen anerkannten Zusammenhang zwischen familiär auftretendem Brust- und Prostatakrebs. Über die prädisponierenden Gene für das Mammakarzinom, BRCA1 und BRCA2, ist berichtet worden, dass sie das Risiko für Prostatakrebs bei männlichen Trägern um das Dreifache bzw. das Siebenfache erhöhen, wenn auch noch ein großes Ausmaß an Unsicherheit über das mit diesen Genen verbundene relative Risiko (RR) besteht. Aktuelle Studien legen nahe, dass das Risiko für männliche Träger der BRCA1 Mutation niedriger sein könnte als erwartet und dass Träger der BRCA2-Mutation ein erheblich höheres RR (das 23-fache im Alter von 60 Jahren) haben könnten als bisher berichtet.
Außerdem wurde behauptet, dass männliche Träger der BRCA1- und BRCA2-Genmutationen ein höheres Risiko haben könnten, an klinisch relevantem Prostatakrebs zu erkranken, und BRCA2 ist mit aggressiveren (schnell wachsenden) Krankheitsformen in Verbindung gebracht worden. Weitere Informationen über die Verbindung zwischen prädisponierenden Genen für das Mamma- und Prostatakarzinom stehen im Abschnitt BRCA1/2 dieser Website zur Verfügung.
Berichten zufolge sollen in einigen internationalen Populationen Veränderungen innerhalb bestimmter Gene, wie CHEK2, NBS1 und ATM, ebenfalls für die Erkrankung prädisponieren können. Zurzeit werden diese Hinweise von Wissenschaftlern in anderen Populationen verfolgt, um festzustellen, ob diese Gene in anderen Ländern ein erhöhtes Risiko übertragen. Obgleich für IMPACT gegenwärtig nur Träger von Veränderungen im BRCA1- oder BRCA2-Gen rekrutiert werden, kann es sein, dass in einigen Ländern Träger anderer Genveränderungen rekrutiert werden, sobald weitere Informationen über diese Veränderungen vorliegen.
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